Als die Händler noch mit der Kutsche unterwegs waren.1678 

Als die Händler noch mit der Kutsche unterwegs waren

Die Geschichte von PASSAVANT & ZICKWOLFF geht zurück bis ins Jahr 1678. Drei große Kriege erlebte das Handelsunternehmen. Pioniergeist in der Geschäftsführung und ein eiserner Wille in der Belegschaft prägten die Firma.
 

Das Unternehmen mit der längsten Geschichte innerhalb der SPAETER Gruppe ist PASSAVANT & ZICKWOLFF (heute mit Sitz in Karben).

Die Chronik beginnt bereits im Jahr 1678.

Damals schwor Johannes Ohlenschläger vor dem Rat der Stadt Frankfurt am Main als Handelsmann den Bürgereid. Ab 1699 erlernte sein Patenkind, der Pfarrerssohn Johannes Zickwolff, bei ihm den Eisenhandel. In nächster Nähe der städtischen Eisenwaage „An der Brücke“ begann damit die außerordentlich erfolgreiche Firmengeschichte der Familie Zickwolff.

Der Eisenhandel der Linie Passavant geht auf das Jahr 1794 zurück

Damals übernahmen Philipp Jakob Passavant und sein Schwager Samuel de Bary die bereits seit 104 Jahren bestehende Eisenhandlung Domheck.

Stammwappen derer von Passavant

Das schon zu dieser Zeit als Messeplatz geschätzte Frankfurt war der perfekte Standort für ein florierendes Geschäft. Die Obrigkeit der Stadt war schon damals schon sehr offen gegenüber wirtschaftlichem Denken und Handeln. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts versorgten die Frankfurter Händler auch die verarbeitenden Betriebe im Umland. Die benötigten Eisenprodukte und Fertigwaren bezogen sie teilweise vom Niederrhein, aus Thüringen und aus der Steiermark. Die Reisen zu den Lieferanten mit eigener Kutsche dauerten meist Wochen und waren echte Abenteuer.

Die Passavants dehnten ihr Verkaufsgebiet bald aus. Sie unterhielten Geschäftsbeziehungen ins westliche Sachsen, ins Siegerland sowie in die Regionen Köln-Aachen, Mosel-Pfalz und Elsass-Lothringen. Das Unternehmen hatte auch in Frankreich und Belgien einen guten Kundenstamm aufgebaut.
Doch durch den Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 brachen die Geschäftsbeziehungen ab. Die Zickwolffs hatten Hessen und den süddeutschen Markt im Blick.

Von 1710 bis 1858 Sitz der Firma J.A. Zickwolff: Die Häuser „Zur Wieden“ und „Zum Fürsteneck“ in Frankfurt am Main

Trotz des Krieges war das 19. Jahrhundert geprägt vom Wachstum. Deshalb war eine neue Infrastruktur erforderlich: So baute Passavant 1867 in der Frankfurter Stiftstraße 24 und 27 zwei Geschäftshäuser mit um Innenhöfe gruppierte Lagergebäude. 1911 erwarb das Unternehmen in der Kleyerstraße 7-9 ein 8000 Quadratmeter großes Gelände mit Gleisanschluss und baute es zu einem modernen Grobeisenlager aus.

Die Gebrüder Zickwolff ließen 1875 in der Ostendstraße 70 ein Geschäftshaus und Lagergebäude errichten. Dafür zahlten sie 230.000 Goldmark an das renommierte Bauunternehmen Philipp Holzmann.

Der Erste Weltkrieg brachte für den Eisenhandel eine starke Beschränkung und das Ende einer langjährigen Prosperität. Beiden Firmen gingen durch den Krieg wertvolle Absatzgebiete verloren – wie zum Beispiel Elsass-Lothringen.

Auch nach Kriegsende konnten sich die Unternehmen davon nicht erholen. Das Ringen um Marktanteile im Eisenhandel verschärfte sich. Zudem spürten „Philipp Passavant & Sohn“ sowie Zickwolff die Folgen der Weltwirtschaftskrise in den 1920er-Jahren. Deshalb reifte bei den Inhabern der Gedanke einer Fusion. Und am 1. Januar 1931 schlossen sich die beiden Unternehmen zusammen. Der Firmensitz war an der Stiftstraße 24, das Lager an der Kleyerstraße 7-9.

Dem kurzzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung folgte der Zweite Weltkrieg. Bombardements im März 1944 zerstörten Büro und Lager in der Stiftstraße vollständig. Das Lager in der Kleyerstraße wurde schwer beschädigt. Der Wiederaufbau war kompliziert. Da Thüringen und Sachsen in der Sowjetischen Besatzungszone lagen, gingen diese Gebiete als Absatzmärkte verloren. Die Firmenleitung und die zurückkehrenden Mitarbeiter bewiesen in der Nachkriegszeit aber einen bewundernswerten Pioniergeist und einen eisernen Willen. Und 1963 hatte das Unternehmen den Personalstand von vor dem Kriegsausbruch wieder erreicht. 

Auch bei den Umsatzzahlen legte PASSAVANT & ZICKWOLFF kräftig zu. Neue Technologien steigerten den Produktionsausstoß in den Werken. Dies wiederum führte zu mehr Aufträgen für die Händler. In der Branche kam es fortan zu Fusionen. So stieg PASSAVANT & ZICKWOLFF im Jahr 1968 bei der im internationalen Stahlhandel tätigen Coutinho-Gruppe zu 50 Prozent ein.
Das Unternehmen baute außerdem den Handel mit Nichteisenmetallen aus. Die Geschäftsleitung sah in diesem Zweig die größeren Chancen für die Zukunft, zumal im deutschen Massenstahlgeschäft ein harter Wettbewerb tobte. Deshalb entschloss sie sich, auch in den Handel mit Edelstahlblechen einzusteigen

Der heutige Büro- und Lagerstandort in Karben (2024)

Im Juli 1976 verlegte PASSAVANT & ZICKWOLFF den Firmensitz nach Karben bei Frankfurt. Hier entstand eines der modernsten Lager für Metallhandel im gesamten Rhein-Main-Gebiet. Die Investition führte zu einer Verdopplung des Geschäftsvolumens.

Seit 1980 gehört PASSAVANT & ZICKWOLFF zur SPAETER Gruppe.

Heute bietet PASSAVANT & ZICKWOLFF vor allem im Bereich Aluminium und Edelstahl ein breites und tiefes Produktsortiment für die vielfältigsten Anwendungen. Durch die große Lagerkapazität am Standort Karben mit hohen Warenbeständen können Aluminium- und Edelstahlprodukte wie Profile, Bleche, Coils und Spezialprofile kurzfristig just-in-time geliefert werden.

Lokal denken, global handeln.

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