Wie schon nach dem Ersten Weltkrieg sieht sich die SPAETER Gruppe im Mai 1945 erneut mit den Konsequenzen eines verlorenen Krieges konfrontiert. Wieder steht zu befürchten, dass das ausländische Vermögen verloren geht. Zugleich liegen zahlreiche Standorte im Inland in Trümmern. Die einst so stolze Unternehmenszentrale ist nach dem verheerenden Luftangriff auf Koblenz vom 6. November 1944 nur noch eine Ruine.
Mit den Kriegszerstörungen sind auch weite Teile des Gedächtnisses der SPAETER Gruppe verloren gegangen. So sind z.B. die Archive der Zentrale in Koblenz weitestgehend und jene der ebenfalls in Koblenz ansässigen HANKO vollständig vernichtet. Auch zur Niederlassung Duisburg fehlen fast alle Aufzeichnungen aus der Vorkriegszeit. Viel schwerer als alle materiellen oder ideellen Verluste wiegen jedoch die im Krieg verlorenen Menschenleben. Die Anzahl der im Krieg gefallen Mitarbeitenden der SPAETER Gruppe ist nicht bekannt. Auch die Unternehmerfamilie Spaeter wurde nicht verschont. So verlor das Ehepaar Rudolf und Irmgard Spaeter die beiden erstgeborenen Söhne Carl Hubertus (1941, Russland) und Rolf Carl (1944, Niederlande) auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges.
Zumindest einige Standorte sind unbeschadet durch die Kriegswirren gekommen. In allen Niederlassungen wird unmittelbar mit dem Wiederaufbau begonnen. Aufgrund des erheblichen Bedarfs für die Beseitigung von Kriegsschäden nimmt die Geschäftstätigkeit mit der Verfügbarkeit von Material sehr schnell an Fahrt auf. Es kann umfassend investiert werden.
Der Wiederaufbau schreitet schneller voran, als das zu erwarten war. Bereits zu Beginn der 1950er Jahre verfügen zahlreiche SPAETER Standorte wieder über leistungsfähige Lagerstandorte und moderne Bürogebäude. Teilweise kann schon wieder sehr repräsentativ gebaut werden. Hier kommt das Wirtschaftswunder!








