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Neue Geschäftsfelder an der Spree: Wie Carl Spaeter in Berlin Fuß fasste

Die Carl Spaeter GmbH Berlin begann im Jahr 1904 mit dem Handel von Trägern, Baueisen und Blechen. Das Unternehmen machte aber auch auf anderen Gebieten seine Umsätze – unter anderem mit Rohren für Hula-Hoop-Reifen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts baute Carl Spaeter jun. sein Unternehmen nach und nach aus. So fasste der Geschäftsmann aus Koblenz auch in der Hauptstadt Fuß. Am 14. März 1904 unterzeichnete er bei einem Notar einen Gesellschaftervertrag – und vollzog damit die Gründung der Carl SPAETER Berlin GmbH. Die Kaufmänner Carl Vielhaber und Gustav Bösken übernahmen die Geschäftsführung. Sie bezogen ein Gebäude an der Linkstraße 20, direkt an der Spree.

Ansichtskarte mit Blick auf den Berliner Dom (gelaufen 1904)

Die Niederlassung handelte unter anderem mit Trägern, Baueisen, Stabeisen und Blechen. Gemeinsam mit der Konstruktionsabteilung in Hamburg fertigten die Berliner zudem Eisenbauteile für Schulen, Gas-Anstalten und den Großbetrieb Kabelwerk Oberspree.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs herrschte dann zunächst eine Flaute. Doch bald kamen die Aufträge. So erweiterte das Unternehmen eine Zeppelinhalle in Potsdam. Wegen der kurzen Bauzeit verwendeten die Mitarbeiter für die Konstruktion Holz statt Stahl. Die Carl Spaeter Berlin GmbH baute zudem transportable Flugzeughallen.

Zeitungswerbung im Jahr 1926

Nach Kriegsende zog das Unternehmen in den Stadtteil Tempelhof. Außerdem kam es zu einer Neuordnung der Besitzverhältnisse. Die Firma Krupp aus Essen hielt nun die Anteile an der Berliner Spaeter-Niederlassung. Der Rückkauf erfolgte erst im Jahr 1949. Die Verhandlungen liefen länger als geplant, weil es damals bis zu sechs Wochen dauerte, Fotokopien von Verträgen anzufertigen.

Der neue Geschäftsführer Oswald Renk bezog mit seinen Mitarbeitern Büroräume in Charlottenburg. Platz für ein Lager fand das Unternehmen in Kreuzberg. Die Carl Spaeter GmbH Berlin nahm nun auch Kunststoffprodukte in ihr Portfolio auf: So vertrieb die Firma Treppenhandläufe und Rohre für Hula-Hoop-Reifen. Das Hüftenschwingen mit dem Sportgerät kam Ende der 1950er-Jahre in Deutschland in Mode.

Erster Lagerstandort nach dem Krieg an der Blücherstraße (1952)

Aber auch Stahl war ein Thema bei den Berlinern. Auf dem Gelände eines ehemaligen Kleingartenvereins in Neukölln entstand 1959 eine große Halle. Dort lagerte das Unternehmen fortan seine Stahlprodukte. Das Sortiment wuchs, deshalb war bald ein Anbau erforderlich. In Neukölln gab es Platz für Feinbleche und Röhren sowie eine Tafelschere zum Schneiden des Materials. Aluminiumbleche gehörten ab Mitte der 1960-Jahre zum Lieferprogramm.

1971 folgte dann der nächste Bauabschnitt. Es entstand eine Halle nur für Kunststoffe und Aluminium. Das Sortiment der beiden Produktlinien hatte zuvor größtenteils noch in Baracken gelagert. Die Erweiterung war eine Reaktion auf die gesteigerte Nachfrage.

Die Geschäftsführung setzte aber nicht nur auf dem eigenen Gelände auf Expansion. Sie kaufte 1981 die „Valentin Röhren und Eisen GmbH“. Der Großhandel mit Röhren, Zubehör und Sanitärartikeln sollte die Verkaufspalette für Industrie, Handel und Handwerk in West-Berlin abrunden. Doch der Erfolg blieb aus. Das Unternehmen entschloss sich 1988, das Geschäft wieder aufzugeben. Der Verkauf erfolgte laut Firmenchronik, weil „eine Umgestaltung in eine moderne Sanitärdienstleistungsgesellschaft mit entsprechenden Verdienstchancen als nicht realistisch angesehen wurde“.

Auch nach der Wiedervereinigung schufen die Berliner weitere Büro- und Lagerflächen. 1994 hatte sich die Niederlassung an der Nobelstraße 33 in Neukölln auf 19.000 Quadratmetern ausgebreitet. An jenem Standort feierte die Belegschaft im Jahr 2004 dann auch 100 Jahre Carl Spaeter in Berlin. Und im Südosten der Hauptstadt sitzt die Firma heute noch.

Der Standort an der Nobelstraße heute (Aufnahme aus dem Jahr 2024)

Am leistungsfähigen Lagerstandort im Herzen Berlins bevorraten wir aktuell ein umfangreiches Produktsortiment aus den Bereichen Walzstahl, Rohre, Baustahl, Blank- und Edelstahl, Kunststoffe, Baustoffe, Tiefbau, Aluminium und NE-Metalle. Sollten bestimmte Materialien nicht unmittelbar verfügbar sein, können diese kurzfristig von den Schwesterunternehmen in der SPAETER Gruppe auch in großen Losgrößen beschafft werden. Natürlich einschließlich von Serviceleistungen nach Kundenwunsch.

Neben dem für SPAETER typischen Sortiment in den Bereichen Stahl, Edelstahl und Aluminium ist SPAETER Berlin auch auf die spezifischen Bedarfe des Bauhandwerkes und des Gartenbaus in Berlin ausgerichtet. Komplettkommissionen können von heute auf morgen zur Abholung bereitgestellt oder auf die Baustelle geliefert werden.

Zur Belieferung im Stadtgebiet von Berlin, in Brandenburg und darüber hinaus verfügt SPAETER Berlin über einen leistungsstarken eigenen Spezialfuhrpark mit 10 eigene LKW, davon vier mit Ladekran. Es können Langmaterialien bis zu 16,5 m Länge ausgeliefert werden.

Stahlhandel mit Zukunft.

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