Carl Albert Emil Spaeter kam am 27. April 1862 als ältestes Kind von Carl Spaeter sen. und dessen Frau Meta zur Welt. Er wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf und ging zum Gymnasium. Zusätzlich erhielt er noch Unterricht von einem Hauslehrer.
Da Carl Spaeter jun. zum Kaufmann bestimmt war, verließ er 1875 das Gymnasium, um seine Ausbildung erst an den Handelsschulen in Augsburg und in Stuttgart fortzusetzen. Im Anschluss begann Carl Spaeter jun. eine Lehre bei der Mittelrheinischen Bank in Koblenz.
Er sammelte daraufhin berufliche Erfahrungen in der Koblenzer Firma seines Vaters und im Eschweiler Eisenwalzwerk, an dem Carl Spaeter sen. ebenfalls Anteile besaß. Im Jahr 1883 leistete der Sohn seinen Militärdienst. Danach kehrte er in die Firma seines Vaters zurück.
Carl Spaeter jun. war schon in jungen Jahren viel im Ausland unterwegs. Er hospitierte bei einem Spaeter-Agenten in Lüttich und lernte während eines einjährigen Aufenthalts in London die Firma „Dick, Kerr & Co.“ in London kennen. Im Anschluss bereiste Carl Spaeter jun. bedeutende Industriestädte der USA.

Die gewonnenen Kenntnisse qualifizierten ihn endgültig für eine leitende Funktion in der Firma seines Vaters. Am 1. Januar 1887 übernahm er den Posten des Prokuristen. Wenige Monate später heiratete der Juniorchef dann Auguste Sehmer. Das Ehepaar bekam die Kinder Carl Georg, Rudolf, Irma und Gerhard.
Carl Spaeter jun. konnte sich in den folgenden Jahren im Unternehmen weiter profilieren. Und so machte ihn sein Vater am 1. April 1891 zu seinem Teilhaber. Die Nachfolge war somit geregelt. Zum 1. Januar 1903 zog sich Carl Spaeter sen. gänzlich aus dem Geschäft zurück und legte dieses in die Hände von Carl Spaeter jun. und Wilhelm von Oswald.
Gemeinsam mit seinem Schwager Wilhelm von Oswald baute Carl Spaeter jun. das väterliche Unternehmen zum Konzern aus. 1905 erwarben die beiden Männer die Moselhütte in Maizières. Deren großer Erzbesitz und eine Kokerei in Zeebrügge legten den Grundstein für die Expansion der Rombacher Hüttenwerke.
Weitere Kohlezechen im Aachener Bezirk und im Ruhrrevier kamen hinzu, zudem Interessengemeinschaften mit weiterverarbeitenden Betrieben. Zusätzlich beteiligten sie sich an mehreren küstennahen Eisenwerken. 1910 verlegte Carl Spaeter jun. den Hauptsitz des Unternehmens nach Duisburg.

Der Erste Weltkrieg führte zum Verlust des Eigentums in Lothringen, das Unternehmen geriet in Zahlungsnöte und verkaufte den industriell-montanen Besitz. Das Handelsgeschäft mit zahlreichen Niederlassungen im In- und Ausland blieb jedoch bestehen. Der preußische König verlieh Carl Spaeter jun. als Auszeichnung den Titel Kommerzienrat.
Ende der 1920er-Jahre verlegte er seinen privaten Wohnsitz nach Hannover. Während dieser Zeit erlitt Carl Spaeter jun. einen Schlaganfall. Am 23. Dezember 1930 verstarb der Industrielle, der das Unternehmen erfolgreich in zweiter Generation weiterentwickelt hatte. In Koblenz fand er seine letzte Ruhe.





